Sechser

Heterotopischer Nachtclub

    Sechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin Wurnig Sechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin Wurnig Sechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin Wurnig Sechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin Wurnig Sechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin Wurnig Sechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin WurnigSechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin WurnigSechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin WurnigSechser_S&P Architekten_ Fotocredits Severin WurnigSechser_S&P Architekten_ Fotocredits warda.atSechser_S&P Architekten_ Fotocredits WARDA.atSechser_S&P Architekten_ Fotocredits WARDA.at

    Um einen einzigartigen kosmopoliten Club in Wien ins Leben zu rufen, wurden zwei unterirdische Geschoße eines ehemaligen Nachtclubs, des Palais Palffy, vollkommen neu interpretiert und transformiert.

    Das Gestaltungskonzept des neuen Lokals ist manieristisch. Der Manierismus, welcher im historischen Kontext immer ein Zeit der Umbrüche darstellt und mit Stichwörtern wie ungewöhnlich, geziert, gekünstelt oder abstrus gleichgesetzt wird, ist momentan wieder aktuell. Im Sinne dieser Aktualität  wurde durch Stilbrüche und Opulenz dieser Raum gestaltet, dieses aber mit hochwertigen Materialien wie Marmor und edelsten Stoffen und Tapeten von House of Hackney London.

    Die Herausforderung des Projektes war es, diese typischen Kellerräume in eine extravagante Welt umzuwandeln. Damit die Gäste des Clubs den Raum nicht als unterirdische Kellergeschoße wahrnehmen, ersetzten wir das typische charakteristische Tonnengewölbe durch eine dynamische wellenförmige Deckenkonstruktion, welche den Raum in eine ungewöhnliche, verrückte und surreale Welt transformiert – man könnte meinen die Decke lebt.

    Durch die Decke manifestiert sich das Nicht-Vorhersehbare und dadurch wird die Komplexität des gesamten Raumerlebnisses unterstrichen. Mit den geschwungenen Formen wird die Heterotopie des Raumes betont, um Verwirrung und Komplexität hervorzurufen. Mittels heftiger Farben, Mustern, Formen und Spiegelungen wurde bei Sechser eine dekadente opulente eigene Welt kreiert, die nicht eindeutig zuordenbar ist. Sie ist aus dem Zusammenspiel von Form, Funktion und Materialität entstanden.

    Heterotopie (aus gr. hetero (anders) und topos (Ort)) ist ein von Michel Foucault in einer frühen Phase (1967) seiner Philosophie kurzzeitig verwendeter Begriff für Räume bzw. Orte und ihre ordnungssystematische Bedeutung, die die zu einer Zeit vorgegebenen Normen nur zum Teil oder nicht vollständig umgesetzt haben oder die nach eigenen Regeln funktionieren. Foucault nimmt an, dass es Räume gibt, die in besonderer Weise gesellschaftliche Verhältnisse reflektieren, indem sie sie repräsentieren, negieren oder umkehren.

    Sechser ist durch seine Dimension und „Funktion“ als Bar und Club am Ende mehr als nur ein Raum, sondern birgt eine bunte Facette an Raumphänomenen. Sechser ist physikalischer Raum als Objekt, ästhetischer und bestimmter Raum als Kunstgegenstand, physiologischer Raum als Körpererfahrung, psychologischer Raum als Erfahrungsraum und metaphysischer Raum als Heterotopie.

     

     

    Tourismus und Gastronomie01

    Wo

    1010 Wien, Österreich

    Wann

    2020

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