hilzensauer

auflösung des baukörpers

Vor dem Abriss der alten Bausubstanz hat das Vorspringen des Hauses aus der benachbarten Häuserflucht den nördlichen Abschluss des Platzes markiert. Auch deshalb orientiert sich der Neubau am umgebenden Altbestand und springt teilweise aus deren Straßenflucht. Als eigenständiges modernes Bauwerk bildet das Haus mit seinen Vorsprüngen beziehungsweise mit den einzelnen Staffelungen, den Übergang von der geschlossenen städtischen Verbauung zur offeneren Verbauung.

Es übernimmt so wieder die städtebauliche Torfunktion als selbstbewusstes Neues in der umliegenden Mittelalterlichen Stadtlandschaft.

Das Auflösen des Baukörpers in verschieden kleinere Bauteile, erreicht im gebauten Gesamten die Großzügigkeit, die für solch eine außergewöhnliche Lage - die der Torsituation - notwendig ist.

Dass richtige Erkennen und zuordnen von Funktionen und Abläufen gliedert das Bauwerk, doch eine Aufgabe von Architektur ist es die zu schaffenden Räumen mit zusätzlichen Qualitäten zu versehen, den sogenannten Mehrwert der Architektur. Die spezielle, aus der Achse verschoben und verdrehte, Anordnung der Wohneinheiten bewirkt für jede der einzelnen Wohnung absolute Privatsphäre. Keiner der Mitbewohner kann in die Wohnung der Nachbarn schauen und das trotz der großzügigen Fensterflächen die den Wohnraum optimal belichten. Die Ost - West Ausrichtung der Wohneinheiten ist zudem Energietechnisch sehr effizient. Durch die Höhenstaffelung der einzelnen Baukörper wird der Innenraum im Erdgeschoss ein räumliches Erlebnis, und vor allem wird der Raum im Parterre praktisch. Höhere Bereiche werden dem Lager und niedrigere Bereiche der Werkstatt und dem Schauraum zugeschrieben. Zu- und Eingänge sind im Kontext des Hauses immer in den Verschiebungsbereichen oder anders gesagt in den „Verwerfungen" zu finden. Auch dadurch ist das Gebäude einfach zu lesen und zu erleben.

Ort Weitensfeld
Planungsbeginn Dezember 2008
Fertigstellung Dezember 2007
Auftraggeber Gemeinde Weitensfeld (Wettbewerb)
Mitarbeiter

Pilar Cruz

Tobias Klaubert

Nettonutzfläche 300 m2
Projekt Status Wettbewerbsbeitrag - abgeschlossen
Visualisierung

miss 3

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