Meidlinger Hauptstraße

Durch Unsicherheit Sicherheit schaffen

    Meidlinger Hauptstraße Wien / Söhne & Partner ArchitektenMeidlinger Hauptstraße Wien / Söhne & Partner ArchitektenMeidlinger Hauptstraße Wien / Söhne & Partner ArchitektenMeidlinger Hauptstraße Wien / Söhne & Partner ArchitektenMeidlinger Hauptstraße Wien / Söhne & Partner Architekten

    Im Mittelpunkt dieses Wettbewerbbeitrages steht der gemeinsam genutzte Raum. Die vorgesehene Neustrukturierung des Planungsbereiches fördert ein gleichberechtigtes miteinander der einzelnen VerkehrsteilnehmerInnen.

    Kernidee des Designs ist die Annahme, dass räumliche Suggestionen (Beeinflussung eines Menschen mit dem Ziel, ihn zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen) den Menschen mehr ansprechen als Verbote. 

    Durch das Auflösen der zuvor klar definierten Unterteilung der unterschiedlichen Verkehrsflächen – wie beispielsweise Fußgängerbereiche, Radewege und Fahrbahnen – stellt sich ein komplett neues Raumgefühl ein.

    Identitätsstiftung für alle Benutzergruppen

    Mit den Möglichkeiten des neu geschaffenen Raumes geht auch einen Identitätsstabilisierung des Ortes einher. Der Platz war zuvor durch Kanalwirkung, Dominanz der Straßen und viele Ampeln und Schilder zunehmend anonymisiert.

    Das multifunktionale Projekt zielt darauf ab, ortsfremde VerkehrsteilnehmerInnen als einen Teil der raumbezogenen sozialen und kulturellen Gefüge zu integrieren und sie zum Verweilen auf dem Platz einzuladen.

    Momentan ist die Meidlinger Hauptstraße sowohl vom Süden als auch vom Norden kommend nicht als Einkaufsstraße erkennbar. Deshalb sieht das Projekt Wandscheiben zur Aufwertung beziehungsweise Betonung der Eingangsituationen vor.

    Diese Scheiben sind Symbole mit hohem Wiedererkennungswert. Sie markieren die Ein- und Ausgänge, definieren den Raum der Meidlinger Hauptstraße und führen die Besucherströme durch diesen hindurch.

    Ein multifunktional bespielbarer Platz

    In diesem Entwurf sind auch zwei Brunnen vorgesehen, einer direkt am Meidlinger Platz und der zweite im Mittelteil der Meidlinger Hauptstraße. Beim Brunnen am Platz kommt es zu keinem Wechsel der Pflasterung. Das Niveau wird lediglich zur Mitte hin um ca. 10cm abgesenkt. Ein rundum verlaufendes Rigol verhindert ein Überlaufen des Brunnens, so dass keinerlei Hindernisse beim Zugang zum Wasser überwunden werden müssen. Generell bleibt der Platz multifunktional über die Jahreszeiten bespielbar.

    Der zweite Brunnen ist im Gegensatz zum Brunnen am Platz geneigt und folgt dem Gefälle der Meidlinger Hauptstraße. Im Gegensatz zum Brunnen am Platz besitz dieser Brunnen ein „fließendes Gewässer" mit sehr geringer Wassertiefe. Das Wasser rinnt unterhalb der Pflasterung in den Brunnen und verschwindend im unteren Bereich. Es wird die Illusion geweckt, dass das Wasser unter der Pflasterung weiter durch am Platz rinnt.

    Möblierte Ruhezonen

    Entlang der geschlossenen einseitigen Allee ist eine Möblierungszone vorgesehen. Zusätzlich zu dieser Möblierung sind weitere Ruhezonen geplant. Die Hauptachse wird komplett von überflüssiger Stadtmöblierung befreit und ermöglicht so das Entstehen einer klaren Sichtachse. Mit dieser Maßnahme wird außerdem einem möglichen „Street Cluttering“ nachhaltig entgegengewirkt.

    Öffentlicher Bereich04

    Wo

    Wien, Österreich

    Wann

    2010